9 min Lesezeit

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die wiederkehrende Anfälle verursacht. Diese epileptischen Anfälle sind das Ergebnis einer abrupten elektrischen Aktivität, die sich auf das Gehirn auswirkt. Der elektrische Ansturm breitet sich dann im restlichen Körper aus und verursacht Zuckungen und Krämpfe. Um eine Epilepsie zu diagnostizieren, muss die Person mindestens zwei unprovozierte Anfälle haben. Die genauen Ursachen von  Epilepsien sind nicht vollständig bekannt, aber Forscher gehen davon aus, dass sie auf folgende Aspekte zurückzuführen sein könnte:

  • Schlaganfall
  • Unzureichende Sauerstoffversorgung bei der Geburt
  • Kopfverletzungen
  • Unzureichende Blutzucker- und Natriumwerte
  • Hirntumore
  • Hirnverletzungen
  • Genetische Disposition

Wirkung von Cannabis bei Anfällen

Wenn jemand Cannabis erwähnt, kommt es häufig dazu, dass beistehende Leute sehr skeptisch reagieren. Deshalb ignorieren sie das Gesamtbild und den hohen medizinischen Wert, der mit Wirkstoffen der Hanfpflanze, den Cannabinoiden, einhergeht. Insbesondere bei Spastiken, Tourette und Epilepsie kommt bereits medizinisches Cannabis zum Einsatz.

Einen sehr anschaulichen Beitrag, wie Cannabis bei Ticks wirkt, strahlte Sat.1 aus:

Was ist Cannabidiol (CBD)?

Cannabis-Pflanzen haben eine Vielzahl an Wirkstoffen, den Cannabinoiden. Zu den wichtigsten gehören THC, das eine psychoaktive Wirkung besitzt, und CBD, welches nicht berauscht. Man vermutet das CBD viele gesundheitliche Vorteile zu bringt und erfreut sich deshalb wachsender Beliebtheit. Im Gegensatz zu THC, ist CBD an sich nämlich nicht illegal (zum Artikel: In welchen Ländern ist CBD legal).

Wie könnte CBD epileptische Anfälle stoppen?

Forscher kamen bereits in den 70er Jahren zu dem Ergebnis1 , das Cannabidiol antikonvulsive Eigenschaften besitzt. Antikonvulsiva (auch Antiepileptika genannt) werden gegen epileptische Anfälle eingesetzt. Etwa ein Drittel der Epilepsie-Patienten haben eine sog. behandlungsresistente Form. Eine 2013 im Fachmagazin „Epilepsy & Behavior“ veröffentlichte Studie2 untersuchte CBD angereichertes Medizinalcannabis bei Kindern mit behandlungsresistenter Epilepsie. Von 19 Versuchsteilnehmern hatten 13 das Dravet-Syndrom, 4 das Doose-Syndrom und jeweils ein Kind litt am Lennox-Gastaut-Syndrom sowie an idiopathischer Epilepsie. Im Ergebnis berichteten 16 der 19 Teilnehmer (84%) von einer Abnahme der Anfälle, zwei davon waren sogar anfallfrei. Positive Nebeneffekte waren verbesserte Stimmung und Schlaf. Insbesondere die Schlafqualität bei Doose-Syndrom-Patienten könnte positiv durch CBD beeinflusst werden. Das legt eine weitere Studie nahe, die CBD als Behandlungsmethode von nächtlichem Schnarchen vorschlägt3.

Ergebnisse der Studie von Porter, Brenda E., and Catherine Jacobson2 :

 DiagnoseAlter & GeschlechtDauer der CBD EinnahmeCBD (mg/kg/Tag)THC (mg/kg/Tag)Anfälle vor CBDAnfälle mit CBDAbgesetzte Medikamente
während CBD
1Lennox-Gastaut7 ♀>1 year??>100 per day8-10 per dayBanzel, Onfi
2Dravet14 ♀>4 months140.55 per day0-1 per day
3EFMR12 ♀2-4 months70.512 per day0-1 per day
4Dravet7 ♂>4 months80.25-0.550 per week50 per week
5Dravet6 ♀>4 months40.1-0.25200-300 per week0-2 per weekOnfi
6Dravet16 ♀>4 months1-20.02-0.17 per week4 per weekOnfi
7Dravet13 ♂3-4 months40.02-0.140 per week30 per weekPhenobarbital, Depakote
8Dravet>4 months??3 per week1-2 per weekKlonopin
9Dravet>4 months3-40.04-0.2100-500 per week1-2 per weekSTP, Topamax, Depakote
10Dravet>4 months40.2-0.4200-300 per week20-50 per weekSTP
11Dravet8 ♀>1 year??5-10 per week0-3 per weekSTP, Onfi, Depakote
12Dravet7 ♀>4 months3-40.04-0.2>20 per week0-10 per weekOngi, Zonegran, Depakote
13Doose9 ♀>4 months10-130.560-250 per day0Lorazepam, Ethosuximide
14Dravet2 ♂>4 months70.08-0.42 per week0
15Doose2 weeks<0.50.01-0.051-7 per week1-7 per week
16Doose11 ♂1-2 months60.6-0.820 per week4 per week
17Doose1-2 months6015-20 per day0-3 per daySteroids
18Idiopathic<1 month280.5-0.710 per week8 per weekValproic acid
19Dravet6 ♀>4 months10.06-0.33 per week3 per week

Während der Dauer, in der CBD eingenommen wurde, haben die Patienten die Medikamente Banzel, Onfi, Phenobarbital, Depakote, Klonipin, STP, Topamax, Zonegran, Lorazepam, Ethosuximide, Steroide und Valproinsäure abgesetzt. Bitte wenden Sie sich immer an einen Arzt bevor Sie Medikamente absetzen. Die CBD-Dosierungen in der Studie sind teilweise extrem hoch. Zudem empfiehlt Nordic Oil ausdrücklich nicht die Anwendung von CBD-Produkten bei Kindern.

Was sind Vorteile von CBD bei Epilepsie?

Es gibt eine Reihe von Vorteilen, die sich aus der Verwendung von CBD zur Anwendung bei Epilepsie ergeben könnten. Zu diesem Urteil kommen eine ganze Reihe von Studien u.a. von Karler et.al.1, Porter et.al.4, Devinksky, Orrin et.al.5 sowie Cunha et.al.6.
Zu diesen Vorteilen gehören die folgenden:

1. CBD verursacht keine bekannten schweren Nebenwirkungen

CBD könnte bei der Behandlung von Epilepsie unterstützend wirken, wie von Devinsky et. al. 2014 untersucht. Dabei konnten bei Makro-Dosierungen bis zu 1500mg/Tag keine gefährlichen Nebenwirkungen festgestellt werden5. Nebenwirkungen in der Studie von Porter, Brenda E., and Catherine Jacobson beinhalteten erhöhte Müdigkeit bei einigen Kindern2.

2. Fähigkeit zur Interaktion mit Gehirnrezeptoren

Gehirnrezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Anfällen. Wenn jemand an neuroglialen Störungen leidet,  ist das Gehirn nicht in der Lage, Stimmung, Appetit, Bewegung, Emotionen, Koordination und Entzündung zu steuern, was zu Anfällen führt. Labra et. al kamen 2018 zu dem Ergebnis, dass Cannabinoide eine Rolle bei der Regulierung der Öffnung der Hemichannels haben, denen eine Schlüsselrolle zukommt7.

3. CBD ist erschwinglicher als viele Medikamente

Die Verwendung von CBD Öl könnte im Vergleich zu anderen epileptischen Behandlungsmethoden günstiger sein. Ausschlaggebend ist dabei jedoch die Menge und der CBD-Gehalt der benötigten CBD-Produkte.

4. Unterstützt das Endocannabinoid-System

Ein starkes und effizientes ECS-System reguliert den Energiehaushalt des Körpers8. So könnte der Körper Krankheiten und gesundheitliche Beschwerden, besser bekämpfen und sich selbst heilen. Ergänzung durch CBD könnte Ihrem Körper das dringend benötigte ausgeglichene ECS-System fördern.

Was sind die Nebenwirkungen von CBD bei Epilepsie

Wie jedes andere Medikament, hat auch CBD bestimmte Nebenwirkungen, auf die wir achten müssen. Die Patienten können Nebenwirkungen wie folgt wahrnehmen:

  • Schläfrigkeit2
  • Niedriger Blutdruck
  • Trockener Mund
  • Erhöhter Tremor

All diese Zustände treten nach der ersten Verwendung von CBD Öl auf, und einige von ihnen sind mit anderen Krankheiten verbunden. Wenn Sie anfällig für andere Krankheiten sind, sollten Sie den Arzt kontaktieren, bevor Sie das CBD Öl verwenden.

CBD-Dosierung

Bevor Sie CBD Öl oder andere CBD Produkte verwenden, lesen Sie bitte die ausführliche Anleitung zur Dosierung von CBD. Dort wird die Step-Up Methode nach Leinow und Birnbaum vorgestellt, die einfach anzuwenden ist und die optimale Dosierung sehr genau ermitteln kann. Bei Epilepsie wird empfohlen, mit einer Mikrodosierung zu beginnen. Anschließend kann bei Bedarf auf eine Standarddosierung gewechselt werden.

Disclaimer: Aus rechtlichen Gründen dürfen wir bei Nordic Oil keine spezifische Empfehlung aussprechen, CBD-Produkte bei Kindern anzuwenden.

Erfahrungsberichte von CBD-Nutzern bei Epilepsie

Es gibt eine Reihe von Erfahrungsberichten über positive Ergebnisse von Patienten, die CBD zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt haben. Einige der Geschichten haben einen langen Weg zurückgelegt, um in die Medien zu gelangen.

Historie zu CBD bei Epilepsie

Während die moderne Medizin, gerade erst das große Potenzial von CBD entdeckt, wird Hanf schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt:
• In 2.700 v. Chr. wurde bei archäologischen Ausgrabungen ein Grab ausgehoben, das eine große Menge Cannabis enthielt9. Es wurde konserviert und vermutlich als Heilmittel zur Behandlung verschiedener Krankheiten, einschließlich Epilepsie, eingesetzt.
• Beschreibungen von Medikament wurden bereits 1843 von W. B. O’Shaughnessy, einem kompetenten Arzt, veröffentlicht10. Diese Veröffentlichung bestätigt die wertvollen Eigenschaften von Cannabis.

Fazit

Epilepsie ist oft durch wiederkehrende epileptische Anfälle gekennzeichnet, die nicht durch eigene Provokation hervorgerufen werden. Sie können jederzeit ohne Vorwarnung auftreten und stellen somit ein Risiko für die betroffene Person dar. CBD hat antikonvulsive Eigenschaften, die laut der zitierten Studien effizient die Anzahl dieser Anfälle reduziert könnten. Außerdem könnte es gegen die Symptome der Epilepsie unterstützend wirken.

Einzelnachweise

  1. Karler, Ralph, William Cely, and Stuart A. Turkanis. „The anticonvulsant activity of cannabidiol and cannabinol.“ Life Sciences 13.11 (1973): 1527-1531. [] []
  2. Porter, Brenda E., and Catherine Jacobson. „Report of a parent survey of cannabidiol-enriched cannabis use in pediatric treatment-resistant epilepsy.“ Epilepsy & Behavior 29.3 (2013): 574-577. [] [] [] []
  3. Guy, Geoffrey, et al. „Use of cannabidiol in the treatment of nocturnal snoring.“ U.S. Patent Application No. 15/519,244. []
  4. Porter, Brenda E., and Catherine Jacobson. „Report of a parent survey of cannabidiol-enriched cannabis use in pediatric treatment-resistant epilepsy.“ Epilepsy & Behavior 29.3 (2013): 574-577. []
  5. Devinsky, Orrin, et al. „Cannabidiol: pharmacology and potential therapeutic role in epilepsy and other neuropsychiatric disorders.“ Epilepsia 55.6 (2014): 791-802. [] []
  6. Cunha, Jomar M., et al. „Chronic administration of cannabidiol to healthy volunteers and epileptic patients.“ Pharmacology 21.3 (1980): 175-185. []
  7. Labra, Valeria C., et al. „The neuroglial dialog between cannabinoids and hemichannels.“ Frontiers in molecular neuroscience 11 (2018): 79. []
  8. Pagotto, Uberto, et al. „The emerging role of the endocannabinoid system in endocrine regulation and energy balance.“ Endocrine reviews 27.1 (2005): 73-100. []
  9. Perucca, Emilio. „Cannabinoids in the treatment of epilepsy: hard evidence at last?.“ Journal of epilepsy research 7.2 (2017): 61. []
  10. Gloss, David, and Barbara Vickrey. „Cannabinoids for epilepsy.“ Cochrane database of systematic reviews 3 (2014). []
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Dannie Hansen

Comments

  1. AvatarAnton

    Als Epileptiker / mit sozialer Phobie & Angststoerung / Medikamente / Tegretal 400 Retard / 1200 mg / Tavor gegen Häufigkeit der Anfaelle / 6-7mg – 35 Jahre lang fragt sich nützt cannabis / cannabisoel / Haschisch —- Danke fuer die Antwort / Tony

  2. AvatarHund

    Mein Hund bekam mit rund 10 Jahren heftige cluster Epi Anfälle. Seit er 2mg/kg CBD bekommt, hatte er keinen einzigen Anfall mehr. Andere Nebenwirkungen konnte ich nicht Beobachten. Anstelle von Phenobarbital ist es sicher einen Versuch wert.

    1. Avatarfrau mahlke

      Hey,das freut mich sehr zu lesen und gibt Hoffnung, denn mein Hund hat auch Epi und bekommt Pheno,die er nicht verträgt (Cluster Anfälle treten seit den Tabl auf) und daher gebe ich aktuell CBD zusätzlich drauf,was aber zu viel ist. Wollte auch mit der TA besprechen, die abzusetzen , nur das Öl zu nehmen-darf ich nach der Dosierung bei Ihnen fragen,die Sie dem HUnd geben ,so das es scheinbar ausreicht?

  3. AvatarNayat Kasmi

    Guten Tag, ich benötige dringen einen Rat. Mein Sohn ist drei Jahre alt und leidet seit seiner Geburt an einer Hirnfehlbildung und an Epilepsie (mit 6 Monaten bekommen nach einer Impfung). Die Anfälle sind aktuell sehr oft und die Medikamente wirken kaum noch. Nun habe ich erfahren das CBD ihm eventuell helfen könnte. Ich sauge an jedem Strohhalm den ich bekommen kann.
    Wie kann ich das CBD anwenden? Er bekommt zwei Medikamente einmal das Keppra und einmal Timox. Kann ich parallel mit CBD behandeln?
    Danke im Voraus
    Kasmi

    1. AvatarBianca

      Hallo. Ich habe ein ähnliches Problem. Mein Sohn ist auch 3 Jahre und leidet an Epilepsie. Er bekommt morgens und abends tiomx. Ich würde mich sehr gerne mit gleichgesinnten austauschen, doch es ist sehr schwer jemanden zu finden. Wenn Interesse besteht, würde ich mich über einen Austausch sehr freuen. LG Bianca

    2. Dannie HansenDannie Hansen Article Author

      Guten Tag 🙂
      leider können wir Sie hier nicht beraten. Wenn es sich um Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren handelt dürfen wir keinerlei Empfehlungen aussprechen. Wir wissen, dass dies nicht die erhoffte Antwort ist, aber wir als Unternehmen müssen einige EU-Vorschriften befolgen, so dass uns die Hände gebunden sind, wenn es sich um die Einnahme von CBD bei Kindern handelt. Alles, was ich empfehlen kann, ist, Ihren Arzt zu konsultieren.

      Generell kann CBD aber bei Epilepsie sehr gut wirken. Hier haben wir bereits einige Kunden welche unsere Produkte gegen diese Beschwerden einnehmen. Gerne können Sie diese Erfahrungsberichte unter folgendem Link nachlesen: https://www.trustpilot.com/review/nordicoil.de

      Bezüglich der Dosierung empfehle ich die sogenannte Step up Methode. Das heißt, man beginnt mit 1 Tropfen, 3 mal täglich für 4 Tage. Anschließend erhöht man die Menge auf 2 Tropfen, 3 mal täglich für weitere 4 Tage. Sie erhöhen dann die Tropfenanzahl auf 3 Tropfen, dreimal täglich.
      Von dort aus können Sie die Dosis anpassen, entweder erhöhen oder senken . Wir empfehlen nicht mehr als 10 Tropfen 3 mal pro Tag einzunehmen. Wenn Sie diese Menge überschritten haben, sollten Sie überlegen, die Stärke des Öls zu erhöhen und weniger Tropfen einzunehmen.

      Ich hoffe ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen. Dennoch empfehle ich Ihnen die Absprache mit Ihrem Arzt, da es sich um ein Minderjähriges Kind handelt. Falls noch Fragen offen stehen, wenden Sie sich gerne zu jeder Zeit an uns. 🙂

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