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Die Forschung liefert immer mehr Hinweise darauf, dass Hanf vielseitige gesundheitliche Vorteile für den menschlichen Körper hat. Ein Merkmal von Nutzhanf ist, dass die Pflanze eine geringere Konzentration an THC und anderen Komponenten aufweist, die bei Cannabis zu einer psychoaktiven Wirkung führen. Anstelle von THC hat Nutzhanf eine höhere Konzentration an Cannabidiol1. Studien wie die von Iuvone, Esposito et. al (2009) legen nahe, dass das in der Hanfpflanze vorhandene CBD vielversprechend bei neurodegenerativen Krankheiten ist, einschließlich der Alzheimer-Krankheit.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form der Demenz und kann 60 – 70% der Fälle ausmachen. Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an Demenz, und jedes Jahr kommen fast 10 Millionen neue Fälle hinzu.

Was ist Alzheimer?

Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung, die mit einem kognitiven Rückgang und einem fortschreitenden neuronalen Verlust einhergeht. Sie ist die häufigste Form der Demenz und betrifft meistens ältere Menschen im Alter von 65 bis 80 Jahren. Diese Erkrankung wird von verschiedenen Faktoren, verursacht.

Die Symptome können zwar variieren und sich langsam verschlechtern, die Effekte sind jedoch oft die gleichen. Dazu gehören kognitive Beeinträchtigungen, Einschränkungen des Lang- und Kurzzeitgedächtnis, Sprachstörungen, Depressionen, aggressives Verhalten und Psychosen.
Im fortgeschrittenen Stadium kann eine umfassende Betreuung durch Pflegepersonal und die Familie erforderlich sein. Während die traditionellen Medikamente gegen Alzheimer zwar helfen können, die Symptome zu lindern, können sie die Krankheit jedoch nicht umkehren.

Warum kann CBD bei der Behandlung von Alzheimer hilfreich sein?

Genau wie körpereigene natürliche Endocannabinoide können pflanzliche Cannabinoide wie CBD Rezeptoren aktivieren und wohlmöglich helfen, den Beginn dieser neurologischen Erkrankungen hinauszuzögern. Klinische Studien lassen vermuten, dass CBD Verhaltensprobleme wie Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen bei Alzheimer-Patienten verbessern kann2.

Was sind die Vorteile der Anwendung von CBD bei Alzheimer?

Obwohl Cannabidiol von der Hanfpflanze (Cannabis) stammt, erzeugt CBD keinen „high“-Effekt oder irgendeine Form von Vergiftung, wie sie durch THC verursacht wird3. Hier sind ein paar Vorteile von CBD bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit:


Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer führen typischerweise zu einer Entzündung des Nervengewebes, die als Abwehrmechanismus im Frühstadium auftritt. Dieses Symptom kann sich jedoch zu einer Kette unkontrollierter Reaktionen entwickeln. So hat sich die Verwendung von CBD als entzündungshemmendes Mittel bewährt, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern4.


Die Freisetzung von oxidativem Stress und reaktivem Sauerstoff ist im Wesentlichen mit der Immunentzündung und den Schlüsselelementen der Alzheimer-Krankheit verbunden. Dadurch wird die antioxidative Fähigkeit der Zellen beeinträchtigt, und es kommt zur Bildung von freien Radikalen sowie zur Reaktion mit Fettsäuren und Proteinen in den Zellmembranen. Wenn Amyloid beta vorhanden ist, kann der reaktive Sauerstoff in den angrenzenden Zellen durch den Austausch mit den Membranen erhöht werden, was zu einem Verlust von Synapsen und Neuronen führt. So könnte die Verwendung von CBD als Antioxidans helfen, den Prozess zu verlangsamen und viele neurologische Symptome zu lindern. Die antioxidativen Eigenschaften von Cannabidiol (CBD) wurden unter anderem von Studien untersucht5.

Ein weiterer Vorteil der Verwendung von CBD bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit ist die potenzielle Hilfe bei der Neurogenese. Neurales Gewebe von Alzheimer-Patienten wird oft schnell geschädigt, was zu schweren neurologischen Effekten wie starken Veränderungen in der Persönlichkeit, kognitivem Verlust und Gedächtnisverlust führt. Dies bedeutet, dass ein Mensch, der einmal sanft, freundlich und liebevoll war, egoistisch und gemein werden kann, was seine Lieben vielleicht nicht nachvollziehen können. Durch die Verwendung von CBD zur Stimulierung des Nervengewebes, kann das Auftreten dieser verheerenden Symptome heraus gezögert werden6.

Die Rolle des Endocannabinoid-Systems bei Alzheimer

Der Wendepunkt in der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit ist die Entstehung von senilen Plaques, mikroskopisch kleinen Ablagerungen im Gehirn, welche die Hauptursache für Gedächtnisverlust, neuronalen Zelltod und Verhaltensänderungen bei den Patienten sind.

Nach einem allmählichen Zusammenbruch der Gedankengänge und der interneuronalen Kommunikation fällt es ihnen schwerer, einfache Aufgaben wie das Speichern von Erinnerungen, das Abrufen von Erinnerungen und das Sprechen auszuführen.

In den letzten Jahren haben viele Ärzte und Wissenschaftler die wichtige Rolle des Endocannabinoid-Systems (ECS) bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer untersucht. Sie fanden heraus, dass der CB1-Rezeptor, einer der beiden wichtigsten Endocannabinoid-Rezeptoren, in verschiedenen Bereichen wie Basalganglien, Hippocampus, Cortex und Kleinhirn weit verbreitet ist. Diese Regionen sind mit Gedächtnis und Lernen verbunden und können in früheren Stadien der Alzheimer-Krankheit betroffen sein7.

Wie CBD bei der Behandlung von Alzheimer unterstützend angewendet werden kann

CBD ist in verschiedenen Formen erhältlich, und seine Anwendung bei der Behandlung von Alzheimer wird immer populärer. Hier ist eine grundlegende Anleitung zur Verwendung von CBD bei der Behandlung dieser Erkrankung.

Viele Studien haben gezeigt, dass mit einer Kombination aus THC- und CBD-Konzentraten bessere Effekte erzielt werden können. Es ist jedoch ratsam, THC in einer geringeren Dosierung zu konsumieren, um die psychoaktive Wirkung zu vermeiden. Die Verwendung von THC kann unter Umständen schwierig sein, da es in vielen Ländern der Welt immer noch illegal ist. Ein Vollspektrum-Hanföl wäre eine ideale Option für diejenigen, die nach einer Linderung der Symptome ohne psychoaktive Effekte suchen. Die einfachste und effektivste Art, CBD bei Alzheimer anzuwenden, ist die orale Einnahme. Die meisten Menschen bevorzugen CBD-Öl unter der Zunge, da die Wirkung schnell eintritt.

Erfahrungen mit CBD bei Demenz

In unserem Artikel über Erfahrungsberichte von CBD-Nutzern bei Demenz können Sie die Geschichte von Renate und Fritz lesen. Renate berichtet, wie CBD Paste ihrem damals 83-jährigem Mann zu mehr Lebensqualität verhalf.

CBD-Dosierung bei Alzheimer

Wenn es um die optimale Dosierung geht, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Einige dieser Faktoren sind persönliche Umstände, sowie der Schweregrad und das Stadium der Erkrankung.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass jeder Mensch anders ist, und demnach auch jeder Mensch anders auf CBD reagiert. Die empfohlene Dosierung kann von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich sein, was zu Verwirrung führen kann. Die Dosierung hängt ebenfalls vom Prozentsatz des verwendeten CBD-Öls ab.

Step-Up Methode

Wir empfehlen die Step-Up Methode, um die ideale Dosierung herauszufinden. Für weitere Details zur Dosierung und alle nötigen Tabellen lesen Sie unseren Beitrag zur CBD-Dosierung:

  1. Entscheiden Sie sich zuerst für eine Mikro-, Standard- oder Makrodosierung. Leinow & Birnbaum empfehlen in ihrem Buch „CBD: A patient’s guide to Medical Cannabis“ bei Alzheimer mit einer Mikrodosierung zu starten (siehe Grafik). Vorsichtig kann die Dosierung auf eine Standarddosierung erhöht werden.
  2. Wenn Sie sich für eine der Dosierungstabellen entschieden haben, suchen Sie in der linken Spalte nach Ihrem Körpergewicht. Liegt es zwischen den dargestellten Angaben, orientieren Sie sich am näheren Wert.
  3. Starten Sie bei der niedrigsten Tagesdosierung unter Woche 1. Dies ist Ihre Startdosierung. Behalten Sie diese für eine Woche bei.
  4. Hören Sie auf Ihren Körper und machen Sie eventuell Notizen. Bei Bedarf können Sie anschließend die Dosis auf den nächsten Step (Woche 2) erhöhen, eine Woche beibehalten und so weiter. Die Tropfen müssen nicht auf einmal eingenommen werden. Es empfiehlt sich bei größeren Mengen, die Tropfen auf morgens, mittags und abends aufzuteilen.
  5. Sollten Sie negative Auswirkungen bemerken, reduzieren Sie die Dosis. Es geht nicht darum, die Dosis stetig zu erhöhen, sondern die ideale Dosis zu finden. Durch den Zwei-Phasen Effekt ist sowohl eine  zu niedrige, als auch eine zu hohe Dosis weniger wirksam.
  6. Wenn Sie eine Dosis gefunden haben, mit der Sie sich wohl fühlen, behalten Sie diese bei. Dies ist fortan Ihre Zieldosis.

Zu den Grafiken: Die Zahlen stehen für die Anzahl der Tropfen und die Konzentration vom CBD-Öl. Beispiel: 6 x 5 steht für sechs Tropfen vom 5% CBD Öl. CBD-Öl mit unterschiedlicher Konzentration kann substituiert werden (Beispiel: Vier Tropfen 15% CBD Öl entsprechen zwölf Tropfen 5% CBD Öl).

Tabelle Mikrodosierung: Anzahl Tropfen x CBD Öl Konzentration
Tabelle Standarddosierung: Anzahl Tropfen x CBD Öl Konzentration

Erfahrungen zu CBD bei Alzheimer

Detaillierte Erfahrungsberichte mit Vorher-Nachher Bildern von Nordic Oil Nutzern finden Sie in diesem Artikel über CBD für Senioren.

Was Studien über CBD bei Alzheimer sagen

Eine bemerkenswerte Studie aus dem Jahr 2016 hat eventuell den Weg für den Einsatz von CBD bei der Behandlung von Alzheimer geebnet. Eine Gruppe von 10 Patienten wurde gebeten, die Effekte von CBD nach einer Anwendungsdauer von vier Wochen zu beschreiben. Die Studie hat eine signifikante Reduktion des NPI oder neuro-psychiatrischen Inventarwertes von 44,3 auf 12,9 vermutet. Dies bedeutet einen enormen Rückgang in Bezug auf Aggression, Aufregung, Täuschung, Apathie und Reizbarkeit. Diese Erkenntnisse waren so wichtig, dass sie schließlich zu einer umfangreichen klinischen Studie führten.

Im Jahr 2011 hat eine amerikanische Gruppe von Wissenschaftlern die Auswirkungen von CBD bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit an Mäusen untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass CBD eine vielversprechende Therapie bei Alzheimer darstellen könnte. Außerdem zeigte sich, dass CBD die Entwicklung von Neuronen fördern kann, wobei Neurogenese den Abbau kognitiver Funktionen verlangsamt8.

Einzelnachweise

  1. Bridgeman, Mary Barna, and Daniel T. Abazia. „Medicinal cannabis: history, pharmacology, and implications for the acute care setting.“ Pharmacy and Therapeutics 42.3 (2017): 180. []
  2. Karl, Tim, Brett Garner, and David Cheng. „The therapeutic potential of the phytocannabinoid cannabidiol for Alzheimer’s disease.“ Behavioural pharmacology 28.2 (2017): 142-160. []
  3. Iffland, Kerstin, and Franjo Grotenhermen. „An update on safety and side effects of cannabidiol: a review of clinical data and relevant animal studies.“ Cannabis and cannabinoid research 2.1 (2017): 139-154. []
  4. Lodzki, M., et al. „Cannabidiol—transdermal delivery and anti-inflammatory effect in a murine model.“ Journal of controlled release 93.3 (2003): 377-387. []
  5. Hampson, Aidan John, et al. „Neuroprotective Antioxidants from Marijuana a.Annals of the New York Academy of Sciences899.1 (2000): 274-282. []
  6. Watt, Georgia, and Tim Karl. „In vivo evidence for therapeutic properties of cannabidiol (CBD) for Alzheimer’s disease.“ Frontiers in pharmacology 8 (2017): 20. []
  7. Pazos, M. R., et al. „Role of the endocannabinoid system in Alzheimer’s disease: new perspectives.“ Life sciences 75.16 (2004): 1907-1915. []
  8. Pazos, M. R., et al. „Role of the endocannabinoid system in Alzheimer’s disease: new perspectives.“ Life sciences 75.16 (2004): 1907-1915. []
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Dannie Hansen

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